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Grafiktablett, nonsens oder unverzichtbar?

Die Frage ob ein Grafiktablett in der Welt der Bildbearbeitung nonsens oder unverzichtbar sind sollte eigentlich garnicht gestellt werden. Jeder der diese Frage stellt hat wahrscheinlich noch nie mit einem Grafiktablett gearbeitet oder ist schlichtweg ein Mäusefetischist

Grundlagen
Nun zunächst für alle die noch keine Erfahrungen mit einem Grafiktablett gemacht haben. Es handelt sich hierbei [...]

Grafiktablett, nonsens oder unverzichtbar?

Die Frage ob ein Grafiktablett in der Welt der Bildbearbeitung nonsens oder unverzichtbar sind sollte eigentlich garnicht gestellt werden. Jeder der diese Frage stellt hat wahrscheinlich noch nie mit einem Grafiktablett gearbeitet oder ist schlichtweg ein Mäusefetischist ;-)

Bamboo Pen & Touch

Grundlagen

Nun zunächst für alle die noch keine Erfahrungen mit einem Grafiktablett gemacht haben. Es handelt sich hierbei um ein Eingabegerät in Form eines Pads, welches über einen Stift bedient wird. Diese Stifte sind druckempfindlich und ermöglichen somit naturgetreues Schreiben und Malen z.B. innerhalb einer Bildbearbeitungssoftware. Wer z.B. in Photoshop Bilder malt wird diese Möglichkeit sehr zu schätzen wissen. Schaut euch zur Veranschaulichung einmal diese Grafik an.

Maus gegen Grafiktablett

Maus vs. Stift

Die rote Farbe wurde mit einer Maus gemalt. Den Strich wollte ich mal dicker mal dünner gestalten. Grundsätzlich müssen wir hierzu den Malvorgang mit der Maus abbrechen, eine neue Pinselgröße auswählen und weiterzeichnen. Diesen Vorgang müssen wir stets wiederholen wenn die Pinselgröße verändert werden soll. Ein naturgetreues Zeichnen ist hier praktisch nicht möglich.

Die blaue Linie hingegen wurde mit einem Grafiktablett umgesetzt. Der Stift ermöglicht uns hierbei fliessende Übergänge da die Größe der Pinselspitze durch den Druck bestimmt wird den wir auf ausüben. Ganz wie bei einem realen Pinsel der eine dickere Linie malt wenn wir ihn fester an die Leinwand drücken.

Intuitive Bedienung

Dieses Beispiel soll euch nur verdeutlichen wie intuitiv man mit einem Stift auf einem Grafiktablett arbeiten kann. Dadurch könnt ihr gefühlvoll virtuelles Make-Up auf einem Gesicht verteilen, ganz gezielt ein Auto mit Pixeln lackieren oder naturgetreu auf eurem Rechner schreiben. Es genauer und effektiver mit einem Grafiktablett zu arbeiten. Jeder der in seiner alltäglichen Berufspraxis als Mediengestalter mit einem solchen Tablett arbeitet wird euch dies bestätigen können.

Ein Nein von alten Hasen

Nun ich habe schon Mediengestalter kennengelernt, darunter solche die in großen und bekannten Reproanstalten arbeiten, die noch nie ein Grafiktablett aus der Nähe gesehen haben. Hier wird das Theme Grafiktablett oft übergangen. “Brauchen wir nicht”, “Klappt mit der Maus genauso gut”, “Alles Spielzeug diese Grafiktabletts”, so oder so ähnliche Argumente habe ich tatsächlich schon desöfteren  zu Ohren bekommen. Hört nicht darauf! Meiner Meinung nach haben diese alte Hasen Angst vor Neuem oder sie wissen welche Kosten auf die Unternehmen zukommen würden in denen sie arbeiten.

Je nach Professionalität des Unternehmens ist da die Rechtfertigung eines Tabletts dann schwierig bis unmöglich. Wenn wir davon ausgehen das ein sehr großes Unternehmen vielleicht 10-15 Arbeitsplätze mit teuren professionellen Tabletts ausrüsten muss, dann kommen wir unter Umständen schon nah an die 8000 Euro Grenze. Für den ein oder anderen Unternehmer hört hier die Professionalität auf und beginnt knallhartes Sparen, wenn man gleichzeitig bedenkt das ein neuer Mac Pro rund 2300 Euro kostet, spart man meiner Meinung nach allerdings an der falschen Stelle.

Kostengünstiger Einstieg

Nunja wie dem auch sei, im Heimbereich könnt ihr sicher als ambitionierte Anwender mal 100 Euro investieren. Denn dann bekommt ihr schon sehr gute Grafiktabletts für Anfänger mit vernünftiger Qualität. Dabei solltet ihr euch nicht von der Größe der Tabletts blenden lassen. Da gibt es teilweise schon A3 große Tablett für unter 100 Euro. Diese lassen dann aber oft Qualität vermissen und sind keineswegs praktischer als kleinere Tabletts.

Investiert lieber in ein Markengerät wie z.B. dem Bamboo von Wacom. Das Bamboo Pen und Touch beispielsweise liegt momentan bei rund 80 Euro und leistet Fantastisches für Anfänger in Sachen Bildbearbeitung. Kleine Anmerkung an dieser Stelle, ich bekomm keinen Cent von Wacom für diese Meinung :-) Selbst in der kleinsten Größe bietet es mehr als ausreichend Platz um vernünftig arbeiten zu können und glänzt dabei durch ausgezeichnete Verarbeitung und Zuverlässigkeit.

Videorezension

Jeder der etwas in Sachen Bildbearbeitung voran kommen möchte sollte sich diese Investition mal genau überlegen. Denn besser als jede Maus ist ein Grafiktablett nach kurzer Eingewöhnungszeit allemal. Wenn ihr das Bamboo Pen & Touch näher kennenlernen wollt könnt diese kurze Videorezension von mir anschauen:

Nun ist ein Grafiktablett nun nonsens oder unverzichtbar? Ich denke die Frage ist nach diesem Artikel geklärt. ;-) Meiner Meinung nach ist ein Grafiktablett in der Welt der Bildbearbeitung unverzichtbar. Wenn ihr nur hin und wieder Bilder öffnet und zurechtschneidet, werdet ihr ein Tablett nicht vermissen. Wer sich aber an anspruchsvollere Retuschen herantraut, malen möchte oder nur cool aussehen will wenn er Photoshop geöffnet hat ;-) der sollte zu einem Grafiktablett greifen. Bereuen wird er sich nicht! Und Leute denkt dran bald ist Weihnachten. ;-)


15 Reaktionen

20. November 2009

cool super Einführung vielen Dank!

Bin momentan auch am überlegen mir so eins mal zuzulegen, wobei ich gern erst mal sowas testen würde, ob ich mit klar komme.

In wie weit unterscheidet sich das Bamboo denn vom Intuos, dieses ist doch noch ein bisschen mehr auf Designer abgestimmt, dafür aber auch teurer???

20. November 2009

Das Handling des Intuos ist nochmal ausgefeilter. Das macht sich dann vorallem am Stift bemerkbar. Hier kannst du dann auch andere Pinselspitzen an den Stift anbringen (andere Härte und Materialien). Weiterhin ist dieser dann auch Neigungsempfindlich und das macht dann nochmals einen großen Unterschied zum Bamboo. Das Tablett an sich hat zusätzlich weitere Buttons und einen Touchring sowie OLED Displays. Insgesamt finde ich das Intuos ein bisschen genauer, aber ich behaupte wenn man vorher kein Intuos besessen hast, dann wirst du die Mehrleistung des Intuos beim Bamboo nicht vermissen. Es lässt sich sehr gut mit dem Bamboo arbeiten.

Wie du ja sagst das Intuos ist eine ganze Ecke teurer aber das ist auch berechtigt! Für Einsteiger ist ein Bamboo aber meiner Meinung nach völlig ausreichend. Wenn man längerfristig plant mit einem Tablett zu arbeiten dann sollte man sich das Intuos genau ansehen. Aber eins kann ich versprechen wenn du mit einem Grafiktablett arbeitest wird es keine zwei Tage dauern und du hast dich schon so an das Teil gewöhnt, dass deine Maus irgendwo einstauben wird. :-)

21. November 2009

Klasse Einführung! Leider teile ich Deine Meinung nicht 100 %. Die Arbeit mit der Mouse über viele Jahre lässt sich nicht so einfach wegwischen. Ich habe mir vor ca. 2 Jahren auch ein Grafiktablett (Wacom Intuos A5) zugelegt und es seitdem kaum genutzt. Immer wieder habe ich Anläufe unternommen es zu nutzen und nach relativ kurzer Zeit wieder aufgegeben. Ich denke es ist reine Gewöhnungssache, denn ich kenne auch Leute, die mit einem Grfiktablett wahre Wunder in Photoshop vollbringen. Wenn man das ernsthaft ausprobieren möchte, muss die Mouse auf jeden Fall ganz weit weeeeeeeeeg vom Arbeitsplatz, denn sonst hat man das Ding vollautomatisch wieder in der Hand.
Gerade die Druckempfindliche Spitze hat mir immer wieder große Probleme bereitet.
Nun ja, ich denke aber trotzdem, dass jeder mal ein Grafiktablett ausprobieren sollte!!! :-) :-) :-)

21. November 2009

Danke für deine Meinung Bernd. Absolut verständlich das sich die “Mausjahre” nicht wegwischen lassen. Aber ich finde man muss da echt über seinen Schatten springen. Man darf ja nicht vergessen, wenn man z.B. in Photoshop nur die Maus nutzt, reizt man einen ganz großen Teil des Programms dadurch nicht aus – Stichwort intuitives Malen. Letztlich hängt es allerdings auch an den persönlichen Bedingen. Wer in PS nur Regler und Gradationskurven verschiebt – überspitzt gesprochen – der wird von einem Tablett keinen Vorteil haben.

22. November 2009

Videorezession? Gibt es jetzt auch bei Videos eine Wirtschaftskrise? ;-)

22. November 2009

Ja so kann man durch einen Tippfehler die Welt in die Krise bringen ;-) hab’s nachgebessert

23. November 2009

Danke Joachim für Zusammenfassung über das Intuos, hat mir sehr geholfen^^

28. November 2009

Du hast ja recht! :-) Ich mir das zu Anlass genommen es noch einmal zu probieren. Ich habe jetzt die ganze Woche ausschließlich mit meinem Tablett gearbeitet und jetzt klappt es auch recht gut.
Allerdings muss ich aber eingestehen, dass ich meine Mouse mit völlig leerem Akku ind den Schrank gelegt habe, denn sonst hätte ich sie auf jeden Fall wieder benutzt.
Alles in Allem hat mir Dein Beitrag jetzt richtig viel gebracht! :-) Vielen Dank dafür. :-) :-) :-)

[...] pixelstarter.de habe ich eine schöne, kleine Einführung zum Thema Grafiktablett gefunden, die für die meisten Kaufinteressierten hilfreich sein wird. Die erste Überlegung beim [...]

17. Dezember 2009

Hallo Joachim!
Sehr guter Artikel, der bestimmt vielen Neueinsteigern weiterhelfen wird. Habe dich auf meinem Blog mal gefeatured und bist im meinem Feedreader gelandet. Weiter so! :)

Gruß,
Jan

17. Dezember 2009

Da kann ich mich nur bedanken. Hoffentlich gelingt es uns möglichst viele Menschen von einem Grafiktablett zu überzeugen :-)

4. Januar 2010

Ich habe vor bestimmt 10 Jahren mit einem Wacom Graphire angefangen und arbeite jetzt immer noch damit (jetzt inzwischen mit der USB-Version..) – DIN A5 reicht für meine PS-Experimente vollends aus. Meine Maus liegt seitdem nur noch verstört hinter dem Monitor und verhungert. Auch im normalen Windowsbetrieb ist der Stift einfacher zu händeln als die Maus.
Irgendwo habe ich mal den netten Vergleich gelesen: Versuch´ mal mit einem Stück Seife zu unterschreiben…….
Fazit: Gebt dem Grafiktablett eine Chance – wenn, dann werdet ihr Freunde für´s Leben.

4. Januar 2010

Schöner Vergleich. Danke für deine Meinung. Ich hol gleich mal die Seife aus dem Schrank ;-)

5. Januar 2010

Anzumerken sei noch, dass die “nur Pen”-Version nur 512 Druckstufen hat.
Das mag für Fotoretusche vielleicht schon ausreichend sein, wer aber vor hat vielleicht auch damit zu malen, der sollte vielleicht eher eine der Varianten mit 1024 Druckstufen nehmen.

Oha, ich seh grad dass das Intuos 4 bereits 2024 Druckstufen hat, wärend das Intuos 3 “nur” 1024… bin mit meinem Intuos 3 zwar voll zufrieden überlege mir aber ein kleineres günstigeres zusätzliches für unterwegs zu kaufen. (12,5 Zoll-Netbook mit nem DIN A 4-Grafiktablett könnte merkwürdig wirken :D )

18. März 2010

Danke für die Zusammenfassung Joachim! Deine Überzeugungsarbeit trägt Früchte! Mein GT ist soeben eingetroffen. (+:

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