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Tion2010. Von Kritikern, zu hohen Preisen und einem gelungenem Wochenende

Es war sicher das meist erwarteste Photoshop-Event des Jahres 2010. Das von Calvin Hollywood initiierte Community-Treffen im Kölner E-Werk lockte vergangenes Wochenende viele hundert Photoshop-Fans und Fotografie-Begeisterte aus ganz Deutschland an. Doch wie lief der Event ab, was habt ihr verpasst und konnte die Qualität wirklich überzeugen? In diesem Artikel will ich mit euch meine Eindrücke der Tion2010 teilen.

Es war sicher das meist erwarteste Photoshop-Event des Jahres 2010. Das von Calvin Hollywood initiierte Community-Treffen im Kölner E-Werk lockte vergangenes Wochenende viele hundert Photoshop-Fans und Fotografie-Begeisterte aus ganz Deutschland an. Doch wie lief der Event ab,  was habt ihr verpasst und konnte die Qualität wirklich überzeugen? In diesem Artikel will ich mit euch meine Eindrücke der Tion2010 teilen.

Wo ist die Tion?

Angekommen kurz vor Zehn hieß es erstmal: “Komm wir suchen die Tion.” Mit vielen anderen unabhängig voneinander eingetroffenen Besuchern suche ich vergebens nach dem Eingang des E-Werks. Als Ortsunkundiger folgt man logischerweise den Anweisungen des Navigationsgerätes *dumm*. In einem Pulk von 10-15 Leuten liefen wir an den Produktionststätten von TV-Total und Co. vorbei und fragten uns vergebens: “Wo ist die Tion?” Wie bei den anderen gestrandeten Photoshoppern stellte sich heraus das, dass wir uns aufgrund falscher Anweisung des Navigationsgerätes 2-3 Häuserblocks zu früh am Ziel wähnten. Hin und wieder sollte man beim Autofahren seinen Kopf anschalten, aber da es nicht nur mir so erging bin ich zuversichtlich nicht ganz alleine doof geboren zu sein. ;-)

Strahlender Himmerl über dem Verantstaltungsort der Tion2010

Strahlender Himmerl über dem Verantstaltungsort der Tion2010

Ein euphorischer Start

Endlich angekommen am E-Werk freut man sich über einen kostenlosen Parkplatz und schlendert zum Kölner E-Werk, einem historischen Gebäude aus der Gründerzeit. Im Hauptsaal wartend auf die Begrüßung durch den Initiator Calvin Hollywood sitzen vor mir Uli Staiger, Tom Krieger und Co. und hinter mir 400 weitere Photoshop-Freaks die den Start des Events kaum abwarten können. Ein sichtlich nervöser Calvin Hollywood betritt die Bühne, bedankt sich bei den Teilnehmern vorab und startet zusammen mit Video2Brain-Oberst Gerhard Koren euphorisch das Mega-Event. Das Publikum ist gespannt und verteilt sich nach der kurzen Einleitung im großen Hauptsaal und dem etwa halb so großen Nebensaal. Im Keller des E-Werks wurden parallel zu den Vorträgen in den beiden Sälen Workshops zum Thema Fotografie angeboten.

45 Minuten Dauerfeuer

Jeder Vortrag, abgesehen von der Einleitung, war jeweils auf 45 Minuten angesetzt. Vorträge in denen die Referenten ihre Arbeitsweisen in Sachen Photoshop und Co. demonstrierten, Retuschetechniken vorstellten oder ihre Ansichten zum Thema Fotografie mit den Anwesenden teilten. In den beiden Hauptsälen wurden auf überdimensionalen Leinwänden via Beamer das Bild der bei den Vorträgen benötigten Laptops projiziert während die Referenten mit Mikros ausstattet zu den jeweils ein paar hundert Zuhörern sprachen. Dabei war Sprach- und Bildqualität zu jederzeit gut (zumindest in den Vortägen die ich bzw. meine Photoshop-Kollegen Sascha, Jörg und Sarah besuchten) und auch von den letzten Plätzen aus verständlich bzw. gut zu erkennen.

Keine (Video2Brain-) Werbeveranstaltung

Die Referenten die für die Tion2010 gebucht waren sind zum großen Teil alte Bekannte in der Photoshop und vorallem der Video2Brain-Szene. Dabei Uli Staiger, Michel Mayerle, Katja Kuhl, Barbara Luef, Ralf Mack Gerhard Koren, Calvin Hollywood und einige Andere. Die Gefahr das die Tion2010 zu einer reinen Video2Brain-Werbeveranstaltung hätte werden können war sicher gegeben, doch zu meiner eigenen Überraschung erfüllte sich diese Befürchtung nicht. Im Gegenteil die Vortragenden Photoshopper und Fotografen wiesen wenn überhaupt nur kurz auf ihre erschienen Lern-DVD’s hin, dann allerdings nur wenn es in unmittelbaren Kontext zu dem im Vortrag befindlichenen Thema stand. Generell hielten sich die Unternehmen die sicher kommerziell einen Nutzen aus dieser Veranstaltung hätten ziehen können im Hintergrund und waren mehr eine angenehme Begleiterscheinung als lästiges Anhängsel. Adobe beispielsweise war bis auf einen Auftritt bei der Abendveranstaltung bei dem eine komplette CS5 Suite und mehrere Lightroom Versionen verlost wurden gar nicht vertreten. Dennoch ein Event mit diesen Ausmaßen ist in keinsterweise nur über Eintrittspreise zu finanzieren und so war der ein oder andere Sponsor mit einem kleinen Stand vertreten. Das ist absolut legitim und war durchaus mit einem Mehrwert für den Tion-Besucher verbunden. So konnte bei Wacom das Cintiq geteset werden und bei Addison Wesley auch mal im brandneuen Bilderband von Calvin Hollywood gestöbert werden.

Fotoworkshop mit Martin Krolog

Fotoworkshop mit Martin Krolop bei der Tion2010 in Köln

Die Wissen-Show

Ausschlaggebend für den Erfolg eines solchen Events wie es die Tion darstellt ist mit Sicherheit die Qualität der Vorträge. Mehr als 40 Vorträge/Workshops fanden an den beiden Tagen des 24. und 25. April in Köln statt. Das Niveau war dabei grundlegend hoch und konnte überzeugen. Referenten wie Michel Mayerle überzeugten dabei mit extremen Expertenwissen das sogar altgediente Profis noch etwas dazulernen konnten und Ralph Mack mit einem genialen Vortrag über Photoshop-Composings der mehr Show als schnöde Wissenvermittlung war und den Saal vor Begeisterung zum beben brachte. Die Bandbreite an Themen war groß und die Art und Weise der gestalteten Vorträge positiv abwechslungsreich.

Alles viel zu teuer

An den Preisen der Tickets für die Veranstaltung schieden sich schon im Vorfeld die Geister. Ein gestaffeltes System erlaubte es zu Beginn Karten für rund 150 Euro zu erwerben. Nach und nach stiegen in diesem System die Preise auf rund 200 Euro. Selbst an diesem Wochenende fanden sich unter den Teilnehmern einige Kritiker die, die Preisgestaltung scharf kritisierten und die Preise generell als viel zu hoch empfanden. Ein aus meiner Sicht wenig verständliches Problem. Da zumindest im Ansatz vergleichbare Events meist das Vielfache kosten. Bei einer theoretischen Umrechnung des Ticketpreises auf die Anzahl der verfügbaren Vorträge mussten keine 5 EUR pro Vortrag bezahlt werden, zumal jedem Teilnehmer alle aufgezeichneten Workshops zu einem späteren, noch nicht genannten Termin kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Dafür haben die Organisatoren weniger Kritik als großes Lob verdient und alle pessimistisch eingestellten Schnäppchenjäger sollten sich grundlegend Gedanken darüber machen, was ihnen Wissen wert sein sollte – würden sie ein Großteil ihres eigenen Könnens für 5EUR abgeben wollen?

Oh Mann wo ist mein Auto?

Calivin Hollywood wurde nicht müde während des Events immer wieder daraufhinzuweisen Kritik zu äußern und Verbesserungsvorschläge zu geben. Wie für Andere war auch für mein Empfinden die Bestuhlung der Säle  zu eng, so wurde die Veranstaltung gerade zu Beginn doch sehr kuschelig da man fast auf dem Schoß des Stuhlnachbarn saß. Auch die Mittagspause am ersten Tag war mit einer halben Stunde sehr kurz angesetzt, aber das sind in der Tat nur Details die den Spaß dieses Events einwenig trüben und erinnert schon fast an Erbsenzählerei. Ein für mich absolutes Muss im nächsten Jahr sind überwachte Parkplätze. Zu Beginn des Artikels schrieb ich bereits von den kostenlosen Parkplätzen die sich schnell als “Falle” erwiesen. So wurden an diesem Wochenende von gleich mehreren Tion-Teilnehmern die Seitenscheibe des Wagens eingeschlagen um in das innere des Autos zu gelangen. Die Parkplätze waren nicht ständig bewacht und wurden somit zur Einladung Krimineller. Wenn man bedenkt das ich im Auto Equipment von mir und meinen Kollegen von mehreren Tausend Euro deponiert hatte bekommt man da ein mehr als ungutes Gefühl. Daher nächstes Jahr BITTE überwachte Parkplätze!

Blick auf die Bühne im Nebensaal (mit Handykamera ;-))

Blick auf die Bühne im Nebensaal

Mein Fazit

Ich werde niemals müde zu betonen wie wichtig es ist sich selbst fortzubilden. Das fängt im kleinen bei Unterredungen mit Freunden an, geht über Einzel-Workshops, bishin zu solchen Mega-Events wie der Tion in Köln. Zwei Tage, die aufgrund der längeren Anfahrt sicher als anstrengend zu bezeichnen waren, haben sich aber mehr als gelohnt. Die Tion hat sich sehr bezahlt gemacht. Niemals bekommt man sonst die Gelegenheit so nah an die bekannten Gesichter der Photoshop-Szene heranzukommen. Keiner der Akteure war dabei verschlossen und war stets zu einem offenen Gespräch bereit. Der von Calvin Hollywood vielzitierte Community-Geist des Events kam tatsächlich zum tragen. Motivierte Referenten, interessante Themen und der spürbare Community-Geist haben die Tion2010 zu einem Event der Extraklasse gemacht. Verbesserungen im Detail können die Veranstaltung im nächsten Jahr etablieren und die Messlatte für vergleichbare Events hoch ansetzen. Calvin Hollywood hat mit seinem Enthusiasmus einen Photoshop-Event auf die Beine zu stellen viel risikiert und 2010 mit der ersten Tion auf ganzer Linie gewonnen. Auf die Tion2011 darf also voller Erwartung gehofft werden!


14 Reaktionen

26. April 2010

Hallo Joachim, cooles Review dem ich gerne zustimme. Freue mich schon auf die nächste Tion2011.

[...] Ein sehr ausführlicher Report im pixelstarter-Blog: Tion2010. Von Kritikern, zu hohen Preisen und einem gelungenem Wochenende [...]

26. April 2010

Danke für dieses ausführliche Feedback.
Werde ich die Tage auf meinem Blog verlinken.

P.S
Die Parkplätze waren überwacht:-(
Frage mich echt wie das passieren konnte.
Das ist super ärgerlich.

26. April 2010
26. April 2010

Ich war bei der Tion ebenfalls dabei und fand die Veranstaltung gesamtheitlich gelungen. Allerdings haben sich bei mir die Eindrücke noch nicht ganz gesetzt. Die Stuhlthematik ist auch mein einziger Kritikpunkt – aber du sagst das so schön: Das ist Erbsenzählerei!

26. April 2010

THX @Calvin & @pepexx

26. April 2010

Ein passendes Fazit, kann mich nur anschliessen.

[...] Feedback vom Pixelstarter  [...]

27. April 2010

Nettes Review. Das mit dem Auffinden des E-Werks kann ich nachvollziehen, ich wolle da mal ein Konzert ansehen und es hat wirklich gedauert, bis wir den Eingang gefunden haben. ;)
Das mit den Parkplätzen ist allerdings wirklich übel, wie viel kriminelle Energie da am Werk war, ist schon fast unglaublich.

[...] Auf pixelstarter gibt es auch noch einen sehr guten Artikel [...]

[...] Kritik gab es auch [...]

[...] guten bis sehr hohen Niveau. Wer mehr darüber erfahren möchte sollte sich diesen etwas  älteren Artikel mal [...]

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Viel Spaß mit dem rund 600 Seiten starken Buch, rund um Photoshop CS5 wünscht Dir Joachim!